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Geldgespräche in der Beziehung

Aktualisiert: 4. März

Warum es so wichtig ist, in der Partnerschaft über Finanzen zu sprechen!

Nimm deine finanzielle Vorsorge als Mama in die Hand!



Stell dir vor: Du bist schwanger mit eurem ersten Kind. Die Vorfreude ist riesig, das Kinderzimmer wird eingerichtet, ihr sprecht über Namen für euer Kind. Sprecht ihr auch regelmäßig über finanzielle Themen? Z.B. was mit deiner Altersvorsorge passiert, wenn du ein Jahr mit eurem Kind zu Hause bleibst? Wahrscheinlich nicht. Und damit seid ihr nicht allein.


Das Tabu, über das die wenigsten Paare sprechen


In Partnerschaften sprechen wir über viele Themen, aber sprechen wir auch offener über Geld? Ich habe nicht den Eindruck! Besonders in Beziehungen ist Geld oft ein blinder Fleck – ein Thema, das man vor sich herschiebt, weil es unangenehm ist, kompliziert erscheint oder weil sich bereits eine darum kümmert.

Ich erlebe das immer wieder in meiner Arbeit als Beraterin. Wenn ich Paare frage, ob sie schon einmal darüber gesprochen haben, wie ein finanzieller Ausgleich aussehen kann für die Person, die für die Kindererziehung zu Hause bleibt, schauen sie mich oft überrascht an. "Darüber haben wir noch nie gesprochen." Und genau da liegt das Problem. Denn für dieses und viele weitere Themen gibt es oft kein Bewusstsein.


Warum Mamas besonders betroffen sind


Wenn du schwanger bist oder gerade dein erstes Kind bekommen hast, denkst du an vieles: An Windeln, Stillen, Schlafmangel, die erste Kita. Aber an deine Altersvorsorge? An deine finanzielle Absicherung in 30 Jahren? Eher nicht. Das liegt daran, dass wir oft keine finanzielle Bildung genossen haben. Weder in der Schule noch in Familien wird viel über das Thema Geld, Besitz oder Finanzen gesprochen. Dabei ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen. Denn die Realität sieht so aus:


  • Elternzeit bedeutet Lücken in der Altersvorsorge. Jedes Jahr, das du zu Hause bleibst, fehlt dir später in der Rente.


  • Teilzeit bedeutet weniger Einkommen – und weniger Vorsorge. Auch wenn du nach einem Jahr wieder einsteigst: Viele Mamas arbeiten danach in Teilzeit weiter. Das wirkt sich direkt auf deine Altersvorsorge aus.


  • Die mentale Last bleibt oft bei dir. Du kümmerst dich um alles – außer um deine eigene finanzielle Zukunft. In ruhigen Momenten stellst du dir vielleicht die Frage „Wie werde ich in der Rente einmal leben? Wird das Geld reichen?“


Und dann sind da noch die typischen Sätze, die ich höre:


  • "Mein Mann macht das alles."

  • "Ich traue mich das nicht."

  • "Ich kenne mich da nicht aus."

  • "Wann soll ich das noch machen?"


Ich verstehe das. Wirklich. Du hast gerade genug um die Ohren. Aber genau deshalb ist es so wichtig, dass ihr als Paar darüber sprecht – und dass ihr gemeinsam Lösungen findet.


Denn wie bei vielen Dingen im Leben, ist Zeit ein entscheidender Faktor. Das heißt, je früher du mit deinem Partner sprichst und ihr gemeinsam an Lösungen arbeitet, desto mehr Möglichkeiten gibt es, auch in der Elternzeit vorzusorgen.


Eine Geschichte, die Mut macht


Vor einiger Zeit habe ich ein junges Paar beraten. Sie war gerade mit dem ersten Kind schwanger, beide waren aufgeregt und voller Vorfreude. Im Gespräch habe ich sie gefragt, wie lange sie plant, zu Hause zu bleiben. "Ein Jahr", sagte sie. Ich habe dann darauf hingewiesen, dass in diesem Jahr Lücken in ihrer Altersvorsorge entstehen – und dass es wichtig wäre, darüber zu sprechen, wie sie das ausgleichen können.

Der Mann war unheimlich dankbar für diesen Hinweis. Er hatte das überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber er war sofort bereit, seine Frau zu unterstützen und eine Altersvorsorge für sie aufzusetzen. Das Schöne daran: Es war kein Drama, kein Streit, keine Vorwürfe. Es war einfach ein Gespräch – zur richtigen Zeit, mit den richtigen Fragen.


Was passiert, wenn ihr nicht darüber redet?


Ich will dir keine Angst machen. Aber ich will ehrlich sein: Wenn ihr nicht über Geld sprecht, bleibt da immer ein schales Gefühl. Die Angst vor der Abhängigkeit. Die Unsicherheit, was passiert, wenn die Beziehung endet oder einer von euch ausfällt. Und die Realität ist:


  • Trennungen passieren. Auch in den besten Beziehungen. Und dann stehst du plötzlich da – ohne Überblick über Verträge, ohne eigene Absicherung, ohne Plan.


  • Unfälle und Krankheiten passieren. Was, wenn dein Partner morgen nicht mehr arbeiten kann? Oder nicht mehr da ist? Wer sorgt dann für dich und die Kinder?


    Das ist nämlich die andere Seite der Medaille. Dein Partner macht sich auch Gedanken und vielleicht Sorgen, gerade wenn die finanzielle Verantwortung zu 100% bei ihm liegt.


  • Altersarmut ist real. Besonders für Frauen, die Kinder bekommen haben. Die Rentenlücke ist keine Panikmache – sie ist Realität.


Aber – und das ist die gute Nachricht – all das lässt sich vermeiden. Mit einem Gespräch. Mit Klarheit. Mit den richtigen Fragen.


Die 5 Fragen, die jedes Paar klären sollte


Du musst keine Finanzexpertin sein, um diese Gespräche zu führen. Du brauchst nur den Mut, ein erstes Gespräch mit deinem Partner zu führen. Hier sind die fünf wichtigsten Fragen, die ihr euch als Paar stellen solltet:


1. Wer ist wie abgesichert?

  • Welche Versicherungen habt ihr? (Berufsunfähigkeit, Risikolebensversicherung, Krankenversicherung)

  • Wer ist Hauptverdiener – und was passiert, wenn dieser ausfällt?

  • Habt ihr beide eine eigene Altersvorsorge?


2. Was passiert, wenn einer von euch ausfällt?

  • Krankheit, Unfall, Tod – das sind keine schönen Themen, aber wichtige.

  • Könnt ihr als Familie finanziell überleben, wenn einer nicht mehr arbeiten kann?

  • Sind die Kinder abgesichert?


3. Wie ist die Altersvorsorge aufgeteilt?

  • Habt ihr beide eine Altersvorsorge – oder ist aktuell nur einer von euch beiden abgesichert?

  • Wie gleicht ihr Lücken aus, die durch Elternzeit oder Teilzeit entstehen?

  • Wisst ihr, mit wie viel Einnahmen in der Rente einmal rechnen könnt?


4. Wer hat Zugriff auf welche Konten und Verträge?

  • Kennst du alle Verträge, die laufen?

  • Hast du Zugriff auf gemeinsame Konten? Hast du ein eigenes Konto?

  • Weißt du, wo wichtige Unterlagen liegen?


5. Seid ihr mit eurem Berater beide zufrieden – oder fühlt sich einer übergangen?

  • Spricht euer Berater mit euch beiden – oder nur mit einem?

  • Fühlt ihr euch beide ernst genommen?

  • Versteht ihr beide, was empfohlen wird?


Ein Warnsignal: 

Wenn dein Berater nur mit deinem Partner spricht, nur ihm Fragen stellt bzw. beantwortet und ihr alles zu Hause besprechen müsst – dann ist das kein guter Berater. Ein guter Berater bezieht euch beide ein. Immer.


Die 3 wichtigsten Finanzbausteine für Mamas


Wenn du dich jetzt fragst: "Okay, aber wo fange ich an?" – hier sind die drei wichtigsten Bausteine, um die du dich kümmern solltest:


1. Altersvorsorge

  • Versicherung, Depot oder Immobilie – es gibt verschiedene Wege. Wichtig ist: Du brauchst eine eigene Altersvorsorge. Auch wenn du gerade nicht arbeitest.

  • Sprich mit deinem Partner darüber, wie ihr Lücken ausgleichen könnt, die durch Elternzeit entstehen.

  • Findet sinnvolle Lösungen, die in euer Lebenskonzept passen.


2. Absicherung

  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Was passiert, wenn du nicht mehr arbeiten kannst?

  • Risikolebensversicherung: Was passiert, wenn dein Partner nicht mehr da ist? Sind du und die Kinder abgesichert? Habt ihr evtl. Einen Kredit für eure Immobilie laufen?


3. Notfall-Puffer/Reserve

  • Ein finanzieller Puffer für unerwartete Ausgaben. Idealerweise 3-6 Monatsgehälter auf einem separaten Konto.

  • Das gibt dir Sicherheit – und ein Stück Unabhängigkeit.


Es gibt natürlich noch viele andere Fragen und Themen, die Relevanz haben. Dazu gehören Bedürfnisse, Risikoeinschätzung, Zukunftspläne und vieles mehr.


Das kann dein erster Schritt sein


Du musst nicht alles auf einmal klären. Aber du kannst heute anfangen. Mit einem Gespräch. Mit einer Frage. Mit dem Mut, hinzuschauen. Denn finanzielle Selbstbestimmung beginnt nicht beim Berater – sondern beim Gespräch mit deinem Partner.


Bist du bereit?


Im Mütter-Café findet am 14.03.2026 um 14-15Uhr ein Webinar zum Thema „Geldgespräche in der Beziehung“ statt. Falls du mehr über dieses Thema wissen möchtest, dann


Ich freue, wenn ich dich dazu inspirieren kann, nicht nur für deine Kinder zu sorgen, sondern auch für dich selbst.


Herzlich, Kerstin

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